Auswertung/Protokoll

Wichtige Hinweise zur Protokollführung

Die Praktikumsversuche werden grundsätzlich in Zweiergruppen (wir sagen auch "Kleingruppen") durchgeführt. Jede Kleingruppe fertigt in Heimarbeit ein (!) Original-Protokoll an, welches innerhalb einer Woche nach Versuchsdurchführung dem Betreuer zum sog. Abtestat vorgelegt werden muss. Als Protokollhefte sind DIN-A4-Hefte vorgeschrieben, da diese eine zweckmäßige Form der Protokollführung darstellen. Es ist sinnvoll, gleich mehrere Hefte für die Durchführung der Blockpraktika anzulegen.

Das Protokoll muss die wichtigsten Details des Versuchs enthalten und sollte stets so angelegt sein, dass ein anderer (fachkundiger) Leser in der Lage ist, den Versuchsablauf ohne Zuhilfenahme des Aufgabenheftes zu rekonstruieren. Insbesondere müssen die Verfasser (auch nach Jahren) aufgrund ihrer Aufzeichnungen den Versuch im Einzelnen verstehen, kontrollieren und rekonstruieren können.

In Teil I des Physikalischen Grundlagenpraktikums sind die Protokolle handschriftlich anzufertigen. Computerausdrucke, Computerauswertungen oder sonstige Kopien werden nicht akzeptiert.

In Teil II und III sind Computerauswertungen (gemeint ist die Auswertung der Messdaten und deren graphische Darstellung!) zulässig. Es muss für den Betreuer aber stets nachvollziehbar bleiben, ob die "eigenen" Messwerte für die Auswertung verwendet wurden. Die Anfertigung der Protokolls erfolgt weiterhin handschriftlich.

Gliederung des Protokolls

Bei der Anfertigung der Versuchsprotokolle hat sich das folgende Gliederungsschema mit den w.u. aufgeführten Überschriften als sinnvoll erwiesen:

1. Deckblatt mit Thema, Namen, etc.
2. Original Messdaten
3. Physikalische Grundlagen
4. Versuchsbeschreibung
5. Auswertung und Fehlerrechnung
6. Kommentar und Bewertung

Benotung des Protkolls

Grundsätzlich werden sämtliche Protokolle aus den Praktikumsteilen I, II und III benotet. Unbenotet bleiben nur die Protokolle zu den Demoversuchen der Seminare "S1" und "S2".

Die Betreuer erhalten von der Praktikumsleitung einen sog. Protokoll-Bewertungsbogen, der die Kriterien für die Notenvergabe klar definiert. Diesen Bogen stellen wir Ihnen an dieser Stelle gerne zum Download zur Verfügung, damit auch Sie als "Betroffene" sehen können, auf welche Punkte wir bei der Anfertigung der Protokolle Wert legen.

Inhalt des Protokolls

Das Protokoll soll folgende Eintragungen enthalten:

1. Ein Deckblatt mit

a) Thema des Versuchs, Datum der Vesuchsdurchführung, Name des Betreuers,

b) Namen und Vornamen der zwei Praktikanten, Gruppennummer und Matrikelnummern.

2. Alle Messwerte sind sofort mit Tinte oder Kugelschreiber in das Protokollheft in möglichst kompakten, übersichtlichen Tabellen einzutragen und mit der jeweiligen Einheit zu versehen. Es ist eine Unsitte, die Messwerte zunächst auf einem separaten Zettel zu notieren, um sie dann später in "Schönschrift" in das Protokoll zu übernehmen. Dies widerspricht sowohl der Forderung nach Authentizität des Protokolls als auch der Notwendigkeit zügigen Arbeitens. Entscheidend ist nicht die "Schönheit" des Protokolls, sondern die Übersichtlichkeit und Vollständigkeit. Hat man aus Versehen etwas falsch notiert, also z.B. eine falsche Ziffer eingetragen, so ist die falsche Eintragung durchzustreichen (so, dass sie noch lesbar bleibt!) und die richtige Eintragung daneben zu setzen.

Tabellen werden verständlicher, wenn man zusätzliche Hinweise notiert, z.B. welche Größen während der Messreihe konstant gehalten worden sind.

3. Eine handschriftliche Darstellung der wichtigsten physikalischen Grundlagen, die für das Verständnis des Versuchs relevant sind. Dazu gehören auch Versuchsskizzen sowie die Herleitung von Formeln, insofern dies in der Versuchsanleitung oder vom Betreuer gefordert wird. Der selbständig verfasste Text soll erkennen lassen, dass die zwei Autoren den Sinn des Versuchs verstanden haben.

4. Der Verlauf des Versuchs ist durch Stichworte und Anmerkungen zu skizzieren. Man muss die Versuchsausarbeitung und die bearbeiteten Aufgaben ohne das Anleitungsheft verstehen können.

5. Alle Messreihen sind sowohl in Tabellenform als auch graphisch in einer angemessenen Größe (auf Millimeterpapier!) darzustellen. An die Koordinatenachsen der Diagramme sind die Symbole der aufgetragenen Messgrößen, die Maßzahlen und die verwendeten Einheiten zu schreiben.

6. Bei der Durchführung der Messreihen ist es häufig zweckmäßig, bereits während der Messung die einzelnen Messpunkte graphisch aufzutragen, um auf diese Weise grobe Falschmessungen zu vermeiden. Fragen Sie im Zweifel ihren Betreuer!

7. Jeder Messwert ist mit einem Fehler behaftet. Es gehört zu den wichtigsten Tätigkeiten des Experimentators, die Messfehler abzuschätzen, zu bestimmen und bei mehreren Messwerten durch Fehlerrechnung (Fehlerfortpflanzung) einen Fehler für das Endergebnis der Messung anzugeben. Die Angabe eines Messwertes ohne Fehler ist unbrauchbar, weil sie keine Beurteilung der Genauigkeit der Messung ermöglicht.

8. Bei der Auswertung ist darauf zu achten, dass die Genauigkeit des Ergebnisses nicht durch die Stellenzahl des verwendeten Taschenrechners bestimmt wird, sondern durch den berechneten mittleren quadratischen Fehler. Dieser ist im Praktikum in aller Regel mit einer signifikanten Stelle, nur in Ausnahmefällen mit zwei signifikanten Stellen anzugeben. Weitere Hinweise zur Fehlerrechnung erhalten Sie im Einführungsseminar "S1".

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